302 Ergebnis(se) werden angezeigt

100 Seiten Martin Hiller – Ein Magazin

Erst wollte ich nur einen Handzettel gestalten, doch hört was dann geschaaah: Statt einer Visitenkarte mit meinem verwirrenden Namen darauf, wollte ich ein kleines, informatives Handout über meine Kunst zusammenstellen. Damit die Leute mal wissen. Arbeitstitel: „Bulletin“. Daraus ist nun ein 100-seitiges Magazin geworden, das verschiedene meiner künstlerischen Aktivitäten sammelt, beschreibt, listet, abbildet und in …

Programmheft für "Erreger" von Albert Ostermaier, Aufführung im StuThe in Greifswald

Layout für ein Stück von Albert Ostermaier

Das StuThe in Greifswald inszeniert den Bühnenmonolog „Erreger“ von Albert Ostermaier. In Zeiten von Corona hat das Stück eine ganz besondere Bedeutung. Albert Ostermaier – Erreger – inszeniert in Greifswald Liebe Leute, Corona und die Scheisse mit dem Geld im Allgemeinen halten uns Menschen und andere Künstler ziemlich hart am Strugglen und Hustlen. Ständig rennt …

Luscious Lockdown Lullabies – 17.03.2020

Martin Hiller aka Hurley Wake plays free improvisational music. His live-playing is based on a looping-setup that allows various time- and spectrum-based manipulations on the fly. Utilizing also randomly generated beats, his live-sets can turn from drony psychedelia to scuttling beat madness and vice versa. Luscious Lockdown Lullabies, 17.03.2020 This recording was made on March …

Den Langen Atem

Er ging nach einigen Wein oft runter an den Strand, wo er halbnackt in die Brandung brüllte, in einem wilden Wechsel aus vorwärts-, seitwärts- und Ausfallschritten im flachen Wasser dem Horizont höhnisch und …

vielsagend in die gegend

auf einer hauseingangstreppe stehend strecke ich die hand ins freie den niederschlag prüfend der spitze platzregen sticht mich innen an wie ein ei ich bin ein guter, sprudelnder regenfrosch ich schäume: was für ein markisenwetter! der blick eines eiligen passanten fängt mich auf ich fühle mich als müsste ich salutieren und krame in meiner hosentasche …

Audio-Installation "Flutterbies" by Martin Hiller, Detail

Flutterbies – Audio-Installation for three guitars and electro-mechanical butterflies

„Flutterbies“ is an installation by Martin Hiller for multiple guitars played by electro-mechanical butterflies. The plastic butterflies are attached to flexible wires and set in motion by small electric motors. The butterflies, flutter, bounce, brush, strive & cling randomly over the strings of the guitars. An aleatoric, soothing, decelerated music evolves – constantly altering and meandering.

Mother Sun Cheese – Videos on Youtube

The tracks generated with the aleatoric concept of „Transpulsitions“ are strangely organic and consistent as results on the album „Mother Sun Cheese“ – yet completely unpredictable, in any case rippling, flowing, and beautiful in terms of tone color. Now there are five accompanying slow-mo videos paying tribute to the warm and heartfully weird music on the album.

Martin Hiller - Mother Sun Cheese (Albumcover)

Martin Hiller – Mother Sun Cheese

After „By The Gony State“, Martin Hiller releases another conceptual work of minimal music full of subtle changes within a steady pulse of wabbling sounds. The new work, „Mother Sun Cheese“ is a 53 minutes album made of five pieces that form a coherent unit. The music presented on this album seems to be repetitive, …

Zonic Radio Show Nord: Martin Hiller im Studio von radio 98eins

Zonic Radio Show Nord, 25. April 2013 – Schorsch Kamerun, Fraktus, Kollektiv Barner 16, Justus Köhncke, Knarf Rellöm u.v.a.m.

Neues von Schorsch Kamerun, Fraktus und dem Kollektiv Barner 16, Tocotronic im Remix durch Egotronic. Dazu Elektronisches und Eklektizistisches aus verschiedenen Ecken. Dazwischen Gelesenes von Christian Kracht und Heinz Strunk. Zonic Radio Show Nord Do. 25. April 2013, 20 Uhr radio 98eins (livestream) danach für zwei Wochen in der Mediathek der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern nachhörbar Playliste …

Rewind, Repeat, Re-Up! – Zonic Radio Show Nord als Archiv

Zwischen 2005 und 2015 gestaltete und moderierte Martin Hiller verschiedene Sendungen auf radio 98eins. Das Kernformat, die Zonic Radio Show Nord scherte sich nicht um musikalische Stilgrenzen und moderative Eingängigkeit. Musiken und Moderationen wurden zu endlosen Sätzen verschachtelt, Musik wurde auf unsachgemäßen Geschwindigkeiten abgespielt, lange Drone-Passagen ebbten wortlos ineinander, zusammengenäht mit zerbeulten Samples aus Filmen …

Huey Walker live at MicroPopWeek 2018

On march 20th in 2018, Martin Hillier alias Huey Walker played a concert during the MicroPopWeek in Düsseldorf. At the Franticworld Space, Huey Walker played dreamy noodlings with guitar (utilizing a small setup of his Oscillations concept), synth and live-processed ad-lib-sampling. Das Konzert im Hof Birkenstraße 71, ist seit fünf Jahren eine feste Größe der …

Martin Hiller im Gespräch mit Schorsch Kamerun: Jugend – Distinktion, Dissidenz und DIY

[…] Die Jugend muss heutzutage also eine ganz schön anstrengende Zeit im Leben sein. Alles kann, nichts muss, aber alles am besten gleich auf einmal. Wo liegt da noch der Punk begraben? Oder gibt genau dieses öde, mediokre und so gar nicht virile, weil von Erwachsenen erdachte, der Nachkommenschaft als mediales Flimmern hingegossene Jugendbild den Nährboden für eine weiteren Bestand der Ideen des Punk? Gibt diese viel verfluchte Leistungsgesellschaft, die gern auch mal mit einem Augenzwinkern („Feiern ist das neue Arbeiten“) in ihre eigene Bigotterie blinzelt, nicht gar ein gutes Feindbild her? Gibt es zwischen den pflicht- und zielbewussten Jugendlichen da irgendwo noch ein paar richtige Hänger, deren leistungsunlustiges Rumhängen ein Rumoren schaffen kann? […]

Review: William Basinski – „A Shadow In Time“

[…] Das Werk Basinskis funktioniert ein Stück weit auch über seine schillernde Person. Ein bisschen wie eine Mischung aus einem Glamrock-Superstar und einem Show-Magier im Glitzerhemd schaut er ja aus, wenn er da so live versunken vor seinen Tonbandgeräten steht und über die dort entwehenden Klangfolgen zu wachen und zu meditieren scheint. Ja, er überlässt in seinen Stücken viel dem Zauber. Die sich selbst zersetzenden Bandschleifenloops auf „Disintegration Loops“ sind kaum mehr als, in alte Bandmaschinen eingespannte und in endlosen Wiederholungen laufende Bandschleifen. Auch auf „A Shadow in Time“ behält er dieses technische Setup bei. Es bandschleift hier abermals in markantem Magnetbandklang.
Eine von Basinskis Hauptaufgaben in seinen Kompositionen ist also das Finden des optimalen Loops. Er ist hier also der Selektor. Irgendwie sind wir somit auch beim Soundsystemischen und beim Dub — und damit wieder beim Magician, beim Wizard of Loops. […]

Review: Massimo Pupillo, Alexandre Babel, Caspar Brötzmann ‎– Live At Candy Bomber Studios Vol.1

[…] In all dem Wechselspiel aus Anspannen, Loslassen, Zerren, Reißen und Dehnen, Sehnen und Suchen ist all dieser wunderschön wummernde Lärm natürlich letztlich auch eine Meditation. Eine Musik, die von innen heraus sich schält, dann draussen ist, dort fremd und ängstlich erstmal, deshalb laut und wütend scheint, aus seinem tiefsten Inneren aber Krach und Kraft, und damit eine freundliche, in ihrem Wüten sonderbar gesunde Art von Lebendigkeit ausströmt. […]

Review: Philipp Priebe – „The Being of the Beautiful“

[…] Wiegenhaft plätschernd und in housigem Schunkel präsentiert es sich hier: das Being of the Beautiful. Das Wesen des Schönen und das Schöne und auch das Sein als Solches – mein Sein, dein Sein, irgendjemandes Sein, alles soll ein Sinnsein sein! — finden hier in unaufdringlicher Sanftheit eine Musik gewordene Entsprechung. Das erwähnte Technoseepferd wird hier zu einem House-Einhorn, einem edelschimmelweißen, feenhaften Ding, das da unten im Meer deiner salzigen Träume seine Runden zieht.

Schönheit, das vergessen oftmals ja viele, hat nämlich nichts mit Lautheit zu tun, ist nicht irgendein vordergründig präsentes Blenden, kein brüllposauniges, bürzelwackelndes Poserding, viel eher eben ein sedimenthaftes Schimmern und Funkeln — klandestin und sublim, Resultat einer Kunst der Zurücknahme und Weglassung: Minimal, weißt! […]

Review: Kreidler – „Tank“

[…] Wo Kreidler früher Wochen und Monate schraubten, bis es angemessen frickelte und klackerte, sollten die Justierungen und Präzisierungen bei Tank Teil des Aufnahmeprozesses sein. Kreidler beleben und bestücken hier als Groovemaschine die Räume und Frequenzen der Tracks. Die Instrumente navigieren sich durch allerlei Effektgeräte, nehmen Abzweigungen über fernere Umgehungswege und stoßen wieder in den Lauf der Klangstraße. Autobahn in kraftwerkschem Sinn also, klar. Und am Firmament die spitzen Lichter einer kalten Nacht in dieser Computerwelt, auch klar. Kreidlers Sound ist jedoch in belebter Weise angegrünt, vernebelt und zusammengeschoben. Die sechs Stücke auf Tank sind in ihrer sortierten Bestimmtheit ein vorwärts gerichteter Kraftschub, Entladungen komprimierter Energien, moosiger Retrofuturismus und infernalischer Cosmic-Funk. Der Basslauf verleiht dem ersten Stück New Earth eine ungreifbare Schwere, wie ihn auch die Einstürzenden Neubauten mit ihren mechanisch-monströsen Instrumenten Marke Eigenbau entfachten. Aus diesem düsteren Gerüst bäumen sich kreiselndes Rauschen und flächige Synthetikstreicher auf. Polyrhythmisches Geklacker bringt schimärische Leichtigkeit in diesen paranoiden Traumdurchmarsch. So geht es in allen Stücken: In bester Call&Response-Manier schichten sich die live gespielten Sequenzen und Patterns aufeinander. Ein großer Grundpuls bestimmt in allem die Richtung. […]

hearfeel.co.uk about „Blearies“ by Huey Walker

[…] an ethereal, one shot, freeform Ambient and Drone production that drifts pleasantly between subtle movements of sound, carefully measured excitations designed to give the listener the lightest impression of the sonic landscape drifting, well, blearily through the mix across its span. It’s opening movements imbibe that mysterious and aloof feeling well, burbling into life and making the entire piece feel dimly lit and subaqueous, the synths blobbing in the backfield as the surficial ripples distort the incoming light while a soft guitar drone haze begins to well up and provide the foundation stone for much of the music to come, suspended in this early liquid darkness. […]

Mutter – „Der Traum vom Anderssein“

[…] Um die Gruppe Mutter herrscht seit Gründung eine Art Kennerkult. Der strahlt so sehr als Mythos aus dem Feuilleton, den Kennergesprächen und den Independent-Zirkeln heraus, dass der Musik von Mutter immer der Eindruck des Sperrigen und Schwierigen vorauseilt. Das ist in dem Sinne schon Quatsch und bigott, da es die Annahme einschließt, das Kennen, das Feuilleton und der Independent seien erstmal irgendwie verquast, schwierig und sperrig. Komische Welt. Aber so handeln die Menschen nunmal: sie versuchen die Dinge, die sie umgeben in ihre Lebens-, Gemüts- und Gefühlswelten einzuordnen. Ein sehr einfacher Weg ist hierbei etwas im Spiegel von etwas anderem zu sehen, etwas als Abweichung zu deuten. Küchentischphilosophisch weiter gedacht meint das: Die Andersartigkeit, das Anderssein beschäftigt die Menschen. Mal pubertär als Gefühl nicht irgendwohinein zu passen. Dann als etwas, wovor man sich fürchtet, als angstmachendes Unbekanntes. Und ein anderes Mal ist das Anderssein ein Traum – ein Wunsch, ein Ideal, ein Wolkenbruch aus Möglichkeiten, der multimedial und dauernd über den Menschen abregnet. Das bringt manche Menschen an den Rand des Wahnsinns, weil es ihnen die Selbstsortierung und die Identitätsfindung so erschwert. Aus diesen Unsicherheiten in der Sorge um das eigene kleine Scheissglück entstehen bei Menschen Desillusion, Phlegma und ein taubes Gefühl von Ortlosigkeit. Bei anderen Menschen erzeugt es Feindseligkeiten, Hass, Kriege, Mord und Todschlag. Wieder andere lässt das alles kalt oder es gelingt ihnen, mit einem komplizierten System aus Dumpfheit, Ignoranz, Selbstherrlichkeit und Gleichgültigkeit drumherum zu kommen, sich unnötig viele Gedanken über sich und die Welt, die sie umgibt zu machen. Über all das – den menschlichen Irrsinn und wie man ihm begegnet – berichtet die Musik der Gruppe Mutter seit 30 Jahren. Ihr neues Album vertont in acht Stücken auf 53 Minuten diesen „Traum vom Anderssein“. Mal lieblich, ätherisch als in Shoegaze gewandete Weltdeutungswolken, dann wieder wummernd – nah am Frühwerk der Band – als brüllende, kaputte, alte, saure Hoffnung. […]

Review: Christiane Rösinger – „Lieder ohne Leiden“

[…] Rösinger reimt „Heiterkeit und Depression“ auf „Das kommt halt vor, das kennt man schon“ und dichtet sich und ihrer Hörerinnenschaft damit eine erträglichere Welt zusammen. Der Moment des Melancholischen wirkt auf Menschen, die diese edelste aller Gemütssorten nicht kennen, sie verdrängen oder einfach plump und ohne Nachfrage durch ihre empfindungsarmen Tage stolpern (wegen keine Zeit, keine Lust oder sowieso alles egal), erstmal spleenig, sperrig, ja fast „verkopft“ und schwierig. Das ist natürlich Quatsch. Christiane Rösingers Lieder sind mindestens ebenso kopf- wie herzlastig. Zwischen abwinkender Miesepetrigkeit, lustvollem Genörgel und „irgendwie süßem Wühlen in Vergeblichkeit“ (Lassie Singers, 1996) singt Christiane Rösinger immer noch über – so hieß auch mal ein Album von Britta – „Das schöne Leben“ zwischen Lieben und Leiden, zwischen Lustprinzip und lästigen Pflichten, zwischen kreativem Tun und prekärem Herumgekräpel. „Glück ist keine Bürgerpflicht“ singt sie und geht noch einen Schritt weiter und betont: „Glück und Liebe gibt’s gar nicht“. Das Wettern gegen die blöde alte Tante Love als Konstrukt zur Mehrsamkeit, Lebensbewältigung und Leidensaufteilung unter den Teilnehmern dieser Love ist mittlerweile ja eine Art rösingersches Trademark. Bei ihr ist Liebe und was da so an Suchen, Sehnen und Strampeln dranhängt, oft auch Grund für allerlei Zwist und Unbill im Leben. Einerseits ganz persönlich, als Traurigkeit, andererseits auch als Skepsis am gesamtgesellschaftlichen, zwischenmenschlichen Irrwitz. Als Betroffenheit, die sich fragt: „What the heck, was soll der Stress / Mit dem Pursuit of Happiness“. Hieran hängen natürlich – neben all den „uneingeladenen Gefühlen“ (Lassie Singers, 1996) – dann auch Diskurse um Gentrifizierung, Heteronormativität sowie lohn- und leistungsorientierter Arbeitswelt In „Wo bleibt der Mensch“ vom 1996 erschienenen Album „Hotel Hotel“ sangen die Lassie Singers mal – gewohnt kühn im Versmaß – „Ich habe kein Geld und weil ich nicht fremdbestimmt arbeiten will, wird das auch so bleiben“. Heute, zwanzig Jahre später, besingt Christiane Rösinger ein „Lob der stumpfen Arbeit“. Im so benannten Song klagt sie über den „Fluch dieser Tage“ und meint damit als „kreative Plage“ den lästig fremdbestimmtem Kunst- und Selbstverwirklichungswahnsinn, der einem von den Medien, den Mitmenschen oder einfach der eigenen, inneren Manie so vorgetanzt wird. Viel schöner, weil auf kürzerem Wege sinnstiftend, ist doch da die ehrliche Arbeit: „Müde all des Geschwätzes / Such ich was Handfestes / Statt ’ne neue Platte / Pflanz ich Blumenrabatte“ singt Christiane Rösinger. Als Musikerin, Schriftstellerin, ehemalige Labelbetreibern, gelegentliche Pop-Autorin und als Flittchenbar-Veranstalterin weiss sie, wovon sie spricht. Sie jammert jedoch nicht, sie stellt fest und gibt Empfehlungen. Und das macht sie – die Melancholie ist eine launige Natur – natürlich auch mit Drolligkeit und texttüchtiger Schläue. „Sich selber promoten / Das gehört verboten“ singt sie und betont „verboten“ in der zweiten Silbe ebenso englisch wie „promoten“.[…]

Judith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste (Suhrkamp Verlag, 2018)

[…] Man muss nicht zwingend faktisch oder physisch weg, sondern kann auch einfach verloren in den Mahlströmen der Geschichte; abhanden gekommen im wilden Getriebe der dahinrieselnden Zeit; Opfer der Umwälzung von Trends und Moden geworden sein; statt als eine Markierung in die Geschichte, einfach wie eine ungegossene Blume eingegangen sein – wie jene, ihren Zenit überschritten habende, Greta Garbo bei Schalansky. Und das – dieses Unbedeutendsein – scheint gerade heute, in Zeiten des ins Unendliche und Bodenlose tendierenden Bedeutungsgewimmels von immer mehr, immer angehäufteren, immer tiefer miteinander verkuppelteren Zeichen, Hashtags und Sinnhaftigkeitsanzeigern, eine bestimmende Sorge, ein Luxusproblem der Menschen zu sein: Der kleine, durch sein öd-analoges Leben leiernde Mensch will doch auch mal unter den Top-Results im digitalen Daten-Feed der Keywords und Kategorien stehen. Wenn doch nur mal ein Ausschnitt aus dem eigenen Leben so viral ginge, wie letztens das Video mit der Ziege und dem Hund … . Die Mehrung von Daten und Information führt folgerichtig zu einer Immerweiterarchivierung, die mithin verschiedene Fragen zu Systematiken und Ordnungen heraufbringt, womit man letztlich sogar in ethische und moralische Bezirke kommt: was gehört ins Archiv und wenn ja in welches und warum überhaupt genau? Und ist ein gut gehashtagter, nachdenklicher Spruch schon ein halber Wittgenstein oder muss man doch noch mal ran und sich ein ganzes Traktat um den flotten, suchmaschinengerechten Spruch herum ausdenken? […]

Josefine & Jakob – Teil III

Leicht aufgekratzt und überdreht stellt sie eingerahmte Fotos ins Fensterbrett und freut sich über das bisherige Jahr. Draussen wacholdert der Spätsommer durch die Hecken. Die gelben Säcke lehnen sich an die Mülltonnen wie faule Halunken. Mindestens zwei der daneben abgestellten Fahrräder sind seit Monaten nicht mehr benutzt worden. In die Speichen spannen Spinnen ihre Räder gegen …

Lochbuch: 27.08.2007 – der alte sommer

draussen wacholdert der alte sommer mürrisch vor sich hin und du schläfst drei wochenenden lange und heftig dazwischen bewältigst du hausarbeiten und massierst deine eigenwilligen sorgen wie knoten in der rückenmuskulatur an manchen tagen raffst du dich auf und wirfst stapel von altem papier in die tonne die zwei straßenzüge weiter mit schmalem mund auf …

Lochbuch: 27.07.2007

mittlerweile ist meine peergroup eingeschlafen, knutschend im morgennassen gras versunken oder sonstwie abhanden gekommen. ich beschließe, obwohl ich unsicher bin, den weg im morgendlichen glimmer zurück zu finden, allein nach hause zu laufen. im caspar-david-friedrich-blick auf die stadt zu. ich greife mir eine ungeöffnete flasche roséwein, die besitzerlos an einem baumstamm lehnt und gehe los. …

Huey Walker – „By The Gony State“ – Album-Trailer #2

The new album „By The Gony State“ by Huey Walker will be released on 19/09/2019 on Rakkoon Recordings. Huey Walker – By The Gony State The four album-tracks are systematically composed utilizing Huey Walker’s concept of „Transpulsitions“ – an algorithmic routine, that re-organizes, re-positions and re-pitches audio-material, resulting in a steadily changing music, that is …